Donnerstag, 21. August 2008

Kurzkritik: The Chronicles of Narnia: Prince Caspian - 16.05.2008

Sagen wir es gerade heraus: Der Film hat (so gut wie) keine Handlung und diese zerrt er auf unnötig lange 144 Minuten. Die Figuren und das was sie tun ist seltsam unmotiviert und uninteressant.
Jeder Ansatz von Tiefe - der “Konflikt” zwischen Peter und Caspian, das Geturtel von Caspian und Susan - wird sofort im Keim erstickt und wirkt nur lächerlich. Wirklich, mehrfach musste ich während des Films laut auflachen, ob der unfreiwilligen Komik. Lücken werden mit schnellklebenden Actionsequenzen gefüllt, die das Gröbste zusammenhalten sollen, aber leider klappt nicht einmal das, da die Action langweilig ist und gar nicht so aktiv.
“Bittet vernichtet Narnia und rottet seine putzigen Bewohner aus.”, habe ich mir manchmal, auf der Seite der Telmarnies seiend, still und heimlich gedacht, denn diese stets arrogant dreinblickenden Naturwesen - allen voran diese elendigen Minotauren, deren Maskenbilder offensichtlich nur halbtags arbeiten - haben nur genervt. Auch die Kostüme scheinen mir recht einfallslos und gewollt opulent, wie der ganze Film groß sein will - immer mit einen Auge nach Mittelerde schielend. Visuell ist Narnia bestenfalls solide - in der Kamera- und Bildgestaltung probiert man nichts Neues und verläßt sich auf alt hergebrachtes, erprobtes, ermüdendes.

Und, wie erwähnt, ist nicht nur Tilda Swintons Auftritt überflüssig (Der im übrigen völlig belibig eingefügt wirkt, als hätte jemand am Boden des Schneideraums noch ein paar Filmschnipsel gefunden und gesagt “Oh, schaut mal, da ist Tilda Swinton drauf. Ist das von diesem oder vom letzten Teil…Och kommt, die nehmen wir noch mit rein, hat ja schließlich ´n Oscar gewonnen.” Aus heiterem taucht sie auf und ist wieder weg - wusch - und man fragt sich “Uh, wo kam die denn jetzt her?” Das ihr Auftritt durchaus Sinn machen könnte um Peter und Caspian weiter zu chrakterisieren, wird leichtfertig verspielt, weil ihr Auftritt weder etwas bewirkt, noch sich irgendwie ankündigt.), denn statt die Figuren zu nehmen, die Mann hat und ihnen Tiefe zu verleihen, werden überflüssiger immer neue Figuren eingefügt (wie z.B. dieser Junge der Susan in der U-Bahn anmacht - was soll das?), die genauso oberflächlich sind, wie die Hauptfiguren. Am schlimmsten aber und allem die Krone aufsetztend, im wahrsten Sinne des Wortes, unter allen arroganten Wesen in diesem an arroganten Wesen nicht armen Film ist, tada - deus es machnina - Aslan, der Löwe! Warum taucht dieser Arsch, der durch eine bloßes Schulterzucken einer Maus ihren abgefallenen Schwanz wieder wachsen lassen kann, erst am Schluß auf, nachdem(!) Mord und Totschlag herrschten. Sicher, sicher, das ist dramaturgisch so vorgesehen und macht auf der christlichen Grundlage auch Sinn, aber trotzdem beißt sich hier die Katze in den Schwanz, macht doch der Auftritt des Wichtigtuers Aslan (der zudem auch nicht sonderlich überzeugend animiert ist) die ganze Geschichte noch überflüssiger als sie ohnehin schon ist.
Frei nach Monty Pythons “Life of Brain” gilt hier: “Wir kommen aus dem Nichts, wir gehen ins Nichts - Was verlieren wir also? Gar Nichts!” Hier müsste nur vielmehr die Frage lauten “Was gewinnen wir also?” - die Antwort bleibt die gleiche: Gar nichts!

Wertung: 4 von 10 Punkten

Kommentare:

  1. Aslan nicht gut animiert?
    Mich dünkt, es gab für Aslan beim letzten Film jede Menge Lob und Preise für die Animation.

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  2. Ich finde ihn, trotz Preisen und Lob, aber dennoch nicht überzeugend. Man sieht ihm die Animiertheit an, was m.E. gegen die Qualität spricht. Da gefällt mir die zwar etwas lächerliche, aber herzlicher Aslan-Puppe aus der BBC-Serie besser.

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  3. Ich finde jedenfalls, die *Mino*tauren sind ziemlich gelungen. Aber über die wolltest du ja gar nicht schimpfen, sondern über die *Zen*tauren, oder? ;-)

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